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Fachbeitrag · Karriere-Tipps · Finance Leadership

Der Weg zum CFO: Welche Stationen wirklich zählen

Es gibt keinen einzigen Weg, aber wiederkehrende Muster.

Veröffentlicht am 17.02.2026 · 4 Min. Lesezeit

Accounting-Route und Controlling-Route

Zwei Wege dominieren. Die Accounting-Route führt über Rechnungswesen, Konzernrechnungswesen und die Leitung des Finanz- und Rechnungswesens. Wer sie geht, ist abschlusssicher, kennt Prüfer und Aufsichtsgremien und hat Autorität in allen Fragen der Rechenschaft nach außen.

Die Controlling-Route führt über Bereichscontrolling, Konzerncontrolling und die Leitung des Controllings. Sie bringt Nähe zum Geschäft, Planungslogik und Erfahrung darin, Entscheidungen mit Zahlen zu unterlegen und gegenüber operativen Bereichen zu vertreten.

Beide Routen haben eine Lücke: Die Accounting-Route muss Geschäftsnähe belegen, die Controlling-Route Abschlusssicherheit. Wer den Sprung anstrebt, sollte die eigene Lücke früh und bewusst schließen – über eine Zwischenstation, ein Projekt oder eine erweiterte Verantwortung, nicht über eine Behauptung im Lebenslauf.

Warum Treasury-Erfahrung selten ist

Treasury ist in den meisten Unternehmen eine kleine Funktion. Entsprechend wenige Menschen sammeln dort Erfahrung, und entsprechend selten findet sie sich in den Lebensläufen von Kandidaten für die Finanzleitung.

Ihr Gewicht ist trotzdem hoch, weil Liquidität, Bankenverhältnis und Finanzierung zu den Themen gehören, bei denen ein CFO persönlich sprechfähig sein muss – gegenüber Banken, Gesellschaftern und Aufsichtsgremien. Wer diese Gespräche nie geführt hat, muss sich in einer angespannten Lage schnell einarbeiten.

Man muss dafür nicht Treasurer gewesen sein. Es genügt oft, eine Finanzierungsrunde, eine Refinanzierung oder den Aufbau eines Liquiditätsmanagements verantwortet zu haben. Wer die Gelegenheit hat, sollte sie nehmen; sie ist im Auswahlverfahren überproportional wirksam.

Der Wert einer Restrukturierung im Lebenslauf

Wer eine Sanierung, eine Integration nach einer Übernahme oder einen harten Sparkurs begleitet hat, hat etwas belegt, das sich in ruhigen Zeiten nicht zeigen lässt: Entscheidungsfähigkeit unter Druck und die Bereitschaft, unpopuläre Maßnahmen zu vertreten.

Solche Stationen wirken im Lebenslauf zunächst unruhig, insbesondere wenn sie kurz sind. Entscheidend ist die Erzählung: Was war die Ausgangslage, welche Entscheidungen haben Sie verantwortet, was war das Ergebnis, und was würden Sie heute anders machen. Die letzte Frage wird häufig gestellt und selten gut beantwortet.

Umgekehrt gilt: Ein durchgehend störungsfreier Weg in einem stabilen Konzern ist kein Nachteil, aber er lässt eine Frage offen. Wer sie kommen sieht, kann sie mit Projekten beantworten – Systemwechsel, Carve-out, Standortschließung, Aufbau einer neuen Einheit.

Konzern oder Mittelstand

Im Konzern ist die Finanzleitung tief und schmal: viel Spezialisierung, klare Prozesse, große Teams, ein enger Rahmen aus Konzernvorgaben. Man führt vor allem über Struktur und Delegation und arbeitet an definierten Ausschnitten mit hoher Professionalität.

Im Mittelstand ist sie breit und flach. Der CFO verantwortet oft IT, Personal, Recht und Versicherungen mit und trifft Entscheidungen ohne Stab. Fachliche Tiefe ist weniger gefragt als die Fähigkeit, viele Themen gleichzeitig auf einem tragfähigen Niveau zu halten.

Der Wechsel vom Konzern in den Mittelstand scheitert am häufigsten daran, dass jemand Strukturen erwartet, die es nicht gibt. Der umgekehrte Wechsel scheitert daran, dass jemand die Abstimmungslogik großer Organisationen unterschätzt. Beide Richtungen funktionieren – wenn sie bewusst gewählt werden.

Wann der Sprung zu früh kommt

Zu früh ist der Sprung, wenn die fachliche Autorität fehlt. Ein CFO muss nicht jede Buchung selbst können, aber er muss erkennen, wenn eine Aussage aus dem eigenen Bereich nicht trägt. Wer das nicht kann, wird abhängig von Einzelpersonen und verliert Handlungsfähigkeit genau dann, wenn es eng wird.

Zu früh ist er auch, wenn Führungserfahrung in Veränderungssituationen fehlt. Ein Team im Normalbetrieb zu führen, ist etwas anderes, als es durch eine Umstrukturierung oder einen Systemwechsel zu führen. Auf Leitungsebene entscheidet diese Fähigkeit stärker als die Fachlichkeit.

Ein realistischer Zwischenschritt ist die Leitung eines größeren Teilbereichs mit voller Ergebnisverantwortung oder die Finanzleitung einer Tochtergesellschaft. Beides ist eine echte Vorstufe – und in Auswahlverfahren ein deutlich stärkeres Argument als der Wunsch, endlich den Titel zu tragen.

Matching Finance – Personalberatung für das Finanzwesen

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