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Fachbeitrag · Karriere-Tipps · M&A & Corporate Finance

Vom Analyst zum Manager im M&A: Was den Unterschied macht

Modellieren lernt jeder. Was danach kommt, entscheidet über den Weg in die Verantwortung.

Veröffentlicht am 13.01.2026 · 4 Min. Lesezeit

Vom Zuarbeiten zum Verantworten

Als Analyst ist Ihre Arbeit das Modell: Bewertungen, Datenräume, Analysen, Präsentationen. Die Qualität wird daran gemessen, wie sauber und schnell Sie liefern. Als Manager ändert sich der Maßstab grundlegend: Sie sind nicht mehr für das Modell verantwortlich, sondern für den Prozess – und dafür, dass das Modell von jemand anderem stimmt.

Dieser Übergang ist der eigentliche Karriereschritt im M&A, und er wird oft unterschätzt. Die fachliche Exzellenz, die Sie zum Manager gemacht hat, ist ab dann nur noch eines von mehreren Werkzeugen. Entscheidender wird, ob Sie Arbeitspakete sinnvoll schneiden, Menschen führen, die unter Ihnen arbeiten, und Prioritäten setzen, wenn drei Deadlines gleichzeitig fallen.

Wer den Sprung vorbereiten will, sollte als Analyst bereits Verantwortung für Teilprozesse übernehmen: die Abstimmung mit dem Datenraum, die Vorbereitung von Management-Präsentationen, die Steuerung der eigenen Analysten. Genau diese Erfahrungen unterscheiden später die Bewerbungen.

Verhandlungssituationen

Der größte Unterschied zwischen Analyst und Manager ist der Platz am Verhandlungstisch. Als Analyst bereiten Sie die Verhandlung vor, als Manager führen Sie sie – und das ist eine andere Fähigkeit als Modellieren. Verhandeln heißt, in Echtzeit zu entscheiden: Was gebe ich preis, was halte ich zurück, wann schweige ich?

Diese Fähigkeit lässt sich nur in der Situation lernen, aber man kann sie beobachten und vorbereiten. Nutzen Sie als Analyst jede Gelegenheit, bei Verhandlungen oder Management-Calls dabei zu sein – auch ohne aktive Rolle. Wer versteht, warum der Partner in einer bestimmten Sekunde eine Frage nicht beantwortet hat, lernt mehr als aus jedem Kurs.

Und lernen Sie, mit Unsicherheit zu entscheiden. Modelle sind vollständig, Verhandlungen nie. Wer erst handelt, wenn alle Informationen vorliegen, ist am Tisch zu langsam.

Warum Integration wichtiger wird als Bewertung

Der Markt hat sich verschoben: Die Bewertung und Modellierung eines Deals ist weitgehend commoditisiert – viele können das, und die Werkzeuge werden besser. Was knapp ist, ist die Erfahrung, was nach dem Signing passiert: die Post-Merger-Integration, der Moment, in dem sich zeigt, ob der Deal den geplanten Wert überhaupt erzeugt.

Für Ihre Karriere heißt das: Integrationserfahrung ist das Unterscheidungsmerkmal der kommenden Jahre. Wer Synergien nicht nur modelliert, sondern einmal in der Realität gehoben hat – mit allen Widerständen, Kulturen und Altlasten –, bringt etwas mit, das kein Analystenprogramm lehrt.

Suchen Sie deshalb aktiv nach Projekten, die über die Transaktion hinausgehen: Carve-outs, Integrationsplanung, die ersten hundert Tage nach dem Closing. Diese Stationen machen Ihren Lebenslauf später deutlich wertvoller als die fünfte Bewertung.

Der Wechsel von der Beratung ins Unternehmen

Der häufigste Wechsel im M&A führt aus der Beratung oder Investmentbank ins Unternehmen – in die Corporate-Development- oder M&A-Abteilung. Der Wechsel ist attraktiv, weil er die Deal-Erfahrung mit planbarerem Alltag und der Nähe zu einer einzigen Strategie verbindet.

Was sich ändert: Im Unternehmen gibt es keinen nächsten Mandanten. Sie tragen die Konsequenzen Ihrer Empfehlungen – die Integration, die Sie vorgeschlagen haben, führen Sie danach selbst durch. Für viele ist genau das der Reiz; für manche ist es der Punkt, an dem sie die Beratung vermissen.

Der beste Zeitpunkt für diesen Wechsel ist die späte Analysten- oder frühe Managerphase: Sie haben genug Deals gesehen, um Muster zu erkennen, und sind noch formbar für die Unternehmenslogik. Wer zu spät wechselt, ist in der Beratungsvergütung gefangen oder in der Beratungslogik zu tief verwurzelt.

Was Sie an Tempo verlieren und gewinnen

Ehrlichkeit gehört zu dieser Entscheidung: Im Unternehmen verlieren Sie Tempo. Deals sind seltener, Entscheidungswege länger, und die Intensität der Beratungsjahre – die viele hassen und viele süchtig macht – fällt weg. Manche erleben das als Befreiung, andere als Langeweile.

Gewinnen tun Sie Tiefe und Wirkung: Sie sehen Deals von der Idee bis zur Integration, nicht nur bis zum Closing. Sie bauen etwas auf, statt es zu empfehlen. Und Sie gewinnen ein Arbeitsleben, das sich mit dem Rest Ihres Lebens vereinbaren lässt – was im M&A-Umfeld keine Kleinigkeit ist.

Die Entscheidung ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern von Passung zur Lebensphase. Wichtig ist nur, sie bewusst zu treffen – und zu wissen, dass der Weg zurück in die Beratung mit jedem Jahr im Unternehmen schwerer wird.

Matching Finance – Personalberatung für das Finanzwesen

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